Terra Nova Collective

Die Stimme, die fehlt

Terra Nova Collective

Vlad Weverbergh, Leitung und Bassetklarinette


Pierre van Maldere

Sinfonie


Wolfgang Amadeus Mozart

Sinfonie g-Moll KV 550

(Urfassung ohne Klarinetten)


Wolfgang Amadeus Mozart

Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622

Manche Stimmen verschwinden aus der Geschichte. Andere scheinen nur zu verstummen – bis man sie plötzlich umso deutlicher hört.

Mit einer Sinfonie von Pieter Van Maldere bringt Terra Nova Collective eine solche Stimme wieder zum Klingen. Der Brüsseler Komponist war im 18. Jahrhundert keineswegs eine Randfigur, sondern ein europaweit präsenter Musiker, dessen Werke gedruckt, gespielt und gesammelt wurden. Heute steht seine Musik im Zentrum des Quartbuch-Projekts: der Wiederentdeckung eines Repertoires, das einst selbstverständlich zum europäischen Musikleben gehörte.

Auch Mozart erscheint in diesem Programm in ungewohnter Perspektive. Seine g-Moll-Sinfonie KV 550 erklingt in der ursprünglichen Fassung ohne Klarinetten. Das vermeintliche Fehlen schärft den Blick: Der Klang wird durchsichtiger, die musikalische Sprache unmittelbarer. Eine der bekanntesten Sinfonien zeigt ein anderes Gesicht.

Erst im Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 tritt jene Stimme hervor, die zuvor fehlte – nun nicht mehr als Farbe im Orchester, sondern als Solistin. Gespielt auf historischen Instrumenten und mit Bassetklarinette entfaltet sich jener erweiterte Klangraum, den Mozart für dieses Werk gedacht hat.

Dass Vlad Weverbergh das Konzert zugleich leitet und als Solist gestaltet, verleiht dem Programm eine eigene Dramaturgie: Die Stimme kommt nicht von aussen hinzu, sondern entwickelt sich aus dem Orchester heraus.

So wird „Die Stimme, die fehlt“ zu einem Abend des Wiederhörens – eines vergessenen Komponisten, eines vertrauten Mozart in neuer Gestalt und eines Instruments, das am Ende spricht, als wäre es nie verstummt.

Terra Nova Collective spielt auf historischen Instrumenten. Vlad Weverbergh leitet das Ensemble und übernimmt zugleich den Solopart auf der Bassetklarinette.

04 Oktober 2026
  • Sonntag
  • Beginn 19.30 h
  • Türöffnung 18.30 h
  • Hans Huber-Saal
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