Ein Geschenk
Marie Lys, Sopran
Julia Lezhneva, Sopran
Matthew Newlin, Tenor
Nicolas Brooymans, Bass
Tölzer Knabenchor
Francesco Corti, Leitung
Kammerorchester Basel
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791)
Sinfonie Nr. 36 in C-Dur, KV 425 («Linzer») (1783) und
Grosse Messe in c-Moll, KV 427 (1782)
Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr
Eine monumentale, aber unvollendete Messe als Geschenk für die frischgebackene Ehefrau. Und eine Art Wunder: seine Sinfonie Nr. 36 schreibt Mozart in gerade mal vier Tagen.
Im Sommer 1783 treten die Mozarts eine mehrfach verschobene Reise von Wien nach Salzburg an, Wolfgang will dem Vater seine Frau Constanze vorstellen. Teile einer Messe hat er dabei, sie ist ein Geschenk: Denn er habe «in meinem Herzen versprochen, wenn ich sie als meine Frau nach Salzburg bringe, werde ich dort eine neukomponierte Messe aufführen.»
Das Treffen des jungen Ehepaars mit Vater Mozart ist unerfreulich. Leopold gibt sich äusserst reserviert und befürchtet, Constanze sei nicht standesgemäss und würde seinen Sohn finanziell ausnutzen. So machen sich die betrübten Eheleute bald wieder auf die Rückreise von Salzburg nach Wien. Für einen alten Gönner in Linz kann Mozart spontan ein Konzert geben. Da er leider keine Sinfonie im Reisegepäck hat, schreibt er kurzerhand eine («Hals über Kopf») – in vier Tagen komponiert, einstudiert und aufgeführt. Erstaunlich und geheimnisvoll, wie er das schafft, und doch ist das bei Mozart gar nicht so unüblich: auch viele seiner Opern komponiert er im Highspeed-Tempo.