Schumanns Passion
Rowan Pierce, Sopran
Henriette Gödde, Alt
Patrick Grahl, Tenor (Evangelist)
Markus Eiche, Bass (Christus)
Tobias Berndt, Bass (Pilatus)
Gaechinger Cantorey
Hans-Christoph Rademann, Leitung
Kammerorchester Basel
Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Johannes-Passion, BWV 245, in der Bearbeitung von Robert Schumann (Düsseldorf 1851)
Konzerteinführung Hingehört um 18.45 Uhr
Kleiner, aber gewagter, gewaltiger, kühner und poetischer als die Matthäus-Passion: Bachs Johannes-Passion hat Robert Schumann so fasziniert, dass er sie modernisierte.
Johann Sebastian Bachs Kirchenmusik geriet nach seinem Tod mehr und mehr in Vergessenheit. Nur seine Klaviermusik blieb hochgeschätzt, obwohl sie zunächst teilweise nur in Abschriften vorlag. Dann kam Felix Mendelssohn Bartholdy: seine legendäre Wiederaufführung der Matthäus-Passion 1829 leitete eine Bach-Renaissance ein. Wenig später führte die Berliner Singakademie auch die Johannes-Passion auf. Zwar mit mässigem Erfolg, aber im jungen Robert Schumann aber gärte es fortan. Und als er Musikdirektor in Düsseldorf wurde, nahm er sich endlich diese Johannes-Passion vor. «Ist sie nicht um vieles kühner, gewaltiger, poetischer als die nach Matthäus?», fragte er sich. «Sie ist gedrängt, durchaus genial, und von welcher Kunst!» Und so passte er sie der modernen Zeit an, rüstete die instrumentale Besetzung auf und um, ersetzte Instrumente, die nicht mehr gebräuchlich waren, änderte hie und da die Orchestrierung oder fügte (im Barock noch unbekannte) Klarinetten dazu.